Regensburger Straßenbahn

Die Regensburger Straßenbahn (1903 - 1964)

von Günther Schieferl

 

Vorläufer unserer Bahn war schon 1891 der Pferdeomnibus von der Firma Schwarz, Eisenhandlung am Petersweg in Regensburg.

 

  

Pferdeomnibus der Fa. Schwarz - Regensburg - Kohlenmarkt - 1891

 

Am 21. April 1903 wurden zwei Linien feierlich eröffnet und eingeweiht. Schlachthof - Dom - Stadtamhof und Bahnhof - Dom - Wilhelmstraße. Von April bis August 1903 wurde die Verlängerung nach Prüfening gebaut.

 

 

Tw 14 von MAN Nürnberg - Baujahr 1903 - Regensburg - Kornmarkt (ehem. Moltkeplatz) - 1905

 

Fahrschein der Regensburger Straßenbahn - 1946

 

Um 1920 wurde die Strecke vom Ernst-Reuter-Platz über die Luitpoldstraße durch die Landshuter Unterführung zu den Kasernen nach Pürkelgut verlegt. Ab 1927 fuhr dann die Linie 4 vom Arnulfsplatz nach Kumpfmühl. Die Verlängerung von Stadtamhof über die Schwandorfer Straße nach Reinhausen-Kirche entstand 1933 als Linie 2. Ab 1956 standen 48 Trieb- und 26 Beiwagen zur Verfügung. Unsere Bahn galt als äußerst pünktlich und zuverlässig. Nach dem Krieg kam es zu starken Veränderungen. 1945 wurde die Linie 2 nach Reinhausen (kriegsbedingte Brückensprengung der Steinernen Brücke und der Reinhausener Brücke) eingestellt, 1955 die Schlachthoflinie und 1959 auf "Probe" die Kumpfmühler Bahn.

 

Tw 33 - Regensburg - Ostentor - 1949

 

Regensburg - Prüfening - Sommer 1949

 

Regensburg - Prüfening - Sommer 1949

 

 

Tw 28 von MAN Nürnberg - Baujahr 1927 - Regensburg - Arnulfsplatz - 1960

 

Tw 32 - Regensburg - Haidplatz - 1962 / 1963

 

Es blieb nur noch die Linie 1.

Pürkelgut - Ernst-Reuter-Platz - Dom - Arnulfsplatz - Prüfening

 

 

Neuer Tramzug von 1956 - gebaut von Rathgeber München - Tw 47 und Bw 77

 Regensburg - Einhauser Straße - abfahrtbereit zum Jahnplatz - 05.1964

 

Am 1. August 1964 wurde auch diese Linie eingestellt.

Zehntausende Bürger gaben ihr das letzte Geleit.

 

 

Nachbau des Pferdeomnibus (geliehene Pferde von der Reitschule Dops)

Regensburg - Maxstraße - aus Anlass der Einstellung am 01.08.1964

 

  

Tw 40 und Bw 62 - Regensburg - Maxstraße - Einstellung am 01.08.1964

 

Damals wusste man schon, dass die Einstellung ein großer Fehler war. Alle alten Fahrzeuge wurden verschrottet. Neue Triebwagen (Tw) + Beiwagen (Bw) wurden nach Darmstadt verkauft und waren dort bis 1990 im Liniendienst unterwegs. Ein Zug - Tw 47 + Bw 77 kam nach Regensburg zurück und ist im Betriebshof der Regensburger Verkehrsbetriebe aufgestellt.

 

Text : Günther Schieferl

Fotos: Sammlung Günther Schieferl  ©